Karotten-, Himbeer- und Kokosöl: Können sie Ihre Sonnencreme ersetzen?

Natürliche Öle sind in letzter Zeit in aller Munde. Sie bieten unbestreitbare Vorteile für die Haut- und Haarpflege und wirken sich oft positiv auf den gesamten Körper aus. Studien zufolge können diese Öle auch als natürlicher Sonnenschutz dienen. Am häufigsten werden in diesem Zusammenhang Himbeer- und Karottensamenöl genannt. Bevor Sie diese Öle jedoch anwenden und sich der Sonne aussetzen, sollten Sie einiges darüber wissen.

Schützen Himbeeröl oder Karottensamenöl die Haut?

Ja, viele natürliche Öle weisen tatsächlich einen natürlichen Lichtschutzfaktor auf. Himbeer- und Karottensamenöl sind die besten, gefolgt von Avocado-, Kokos-, Oliven- und Hanföl. Diese Öle können zwar einen gewissen Prozentsatz des Sonnenlichts absorbieren, bieten aber laut Experten keinen zuverlässigen Schutz.

Warum man sich in der Sonne nicht allein auf natürliche Öle verlassen kann...

Herkömmliche Sonnenschutzmittel werden strengen Tests unterzogen und sind mit Lichtschutzfaktor (LSF) und den Arten von Sonnenstrahlen, vor denen sie schützen, deutlich gekennzeichnet. Natürliche Öle, die nicht explizit als Sonnenschutzmittel deklariert sind, werden nicht auf diese Weise getestet. Einige wenige kleinere wissenschaftliche Studien haben ihnen LSF-Werte zugewiesen, die angegebenen Bereiche variieren jedoch stark. Eine Kokosölmarke kann beispielsweise einen LSF von 2 haben, während eine andere Marke einen LSF von 8 bietet. Diese Werte können jedoch selbst bei ein und demselben Öl unterschiedlich sein. Das ist ein ziemlich großes Risiko für die Haut.

Ein weiterer Fakt spricht deutlich gegen die Verwendung von natürlichen Ölen als Alternative zu Sonnenschutzmitteln. Zwar können sie die Haut teilweise vor UVB-Strahlung schützen (dieser Schutz wird durch den Lichtschutzfaktor (LSF) bestimmt), bieten aber keinen Schutz vor der zweiten Art von Sonnenstrahlung, nämlich UVA-Strahlung. Diese Strahlung dringt tiefer in die Haut ein als UVB-Strahlung und spielt eine entscheidende Rolle bei Zellschäden und vorzeitiger Hautalterung. Moderne Sonnenschutzmittel schützen die Haut vor beiden Strahlungsarten, reine natürliche Öle hingegen – trotz ihrer anderen unbestreitbaren Vorteile – können dies leider nicht.

Schließlich sollten wir auch berücksichtigen, dass natürliche Öle nicht sehr stabil sind, unterschiedlich auf Licht und Sonne reagieren und sich auf jeder Haut etwas anders verhalten können. Ihre Wirkung kann zudem durch Wasser und Schweiß auf der Haut beeinflusst werden.

Wie verwendet man also natürliche Öle zum Bräunen?

Natürliche Öle spielen eine wichtige Rolle in der Hautpflege und sind definitiv eine Bereicherung für Ihre Sommerroutine. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass sie Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor nicht ersetzen, sondern diese lediglich ergänzen.

Sie eignen sich hervorragend zur Pflege und Feuchtigkeitsversorgung der Haut tagsüber oder als Nachbehandlung nach dem Sonnenbaden. Sie beruhigen die Haut, versorgen sie mit notwendigen Nährstoffen und unterstützen ihre Regeneration.

Beliebte Öle sind Himbeer- oder Kokosöl, die die Haut pflegen und sie weich machen. Bei Reizungen oder Verbrennungen können Sie auch Jojoba- oder Arganöl verwenden. Ätherische Öle wie Lavendel- oder Pfefferminzöl sind ebenfalls sehr wirksam, da sie die Haut beruhigen und erfrischen.

Natürliche Öle eignen sich ideal als ergänzende Pflege und tragen dazu bei, die Haut auch während der kalten Jahreszeit gesund, hydratisiert und schön zu erhalten.

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